3. Januar 2011

Mehrheit bleibt ohne professionelle Sterbebegleitung

Die Deutsche Hospiz-Stiftung (DHS) hat Ende Dezember die Ergebnisse der Studie zur Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland vorgestellt. Demzufolge erhalten nur etwa 71.000 Menschen professionelle Betreuung im letzten Lebensjahr, obwohl mehr als eine halbe Million Menschen auf eine solche angewiesen wären. „Insbesondere in Pflegeheimen ist die Versorgung mit Palliativangeboten - also mit Pflege und Medizin, die nicht mehr heilt, aber die quälenden Symptome bekämpft - unverändert schlecht. Dies betrifft Hunderttausende", beklagte der Geschäftsführende Vorstand der selbsternannten Patientenschutzorganisation Eugen Brysch die Situation.

Gemäß der Untersuchung „Hospizliche Begleitung und Palliativ-Care-Versorgung in Deutschland 2010" brauchen rund 60 Prozent aller Sterbenden im letzten Lebensjahr eine professionelle und lindernde Begleitung. Das entspreche über 500.000 Menschen. Tatsächlich seien aber nur rund 23.000 Menschen in einem stationären Hospiz gestorben, circa 44.000 Schwerstkranke wurden palliativ in einem Krankenhaus behandelt.

Brysch kritisierte außerdem die Einigung von Leistungserbringern und Krankenkassen, allen 709.000 Pflegeheimbewohner/-innen den Anspruch zu verwehren, in ein stationäres Hospiz aufgenommen zu werden. „Der Übergang vom Heim ins Hospiz muss möglich sein, heißt es in der Pressemitteilung der (DHS). Ferner mangele es an adäquaten Palliativangeboten für die 1,2 Mio. demenziel Erkrankten in Deutschland. Dies werde auch an den Zahlen zur ambulanten Palliativpflege deutlich. Lediglich rund 4.000 Personen seien im vergangenen Jahr durch einen ambulanten Palliativdienst betreut worden. Der Rechtsanspruch auf diese Form der Versorgung sei in Deutschland kaum verfügbar, heißt es in der Studie. „Das ist nicht hinnehmbar, schließlich wollte der Gesetzgeber hier im Jahr rund 80.000 Menschen versorgen", erklärte Brysch.

Die DHS berichtet jedes Jahr über die Situation in der Deutschen Hospiz- und Palliativlandschaft und erhebt dazu Zahlen von über 50 Prozent der Hospize, Palliativstationen, ambulanten Palliativteams und Hospizdienste in Deutschland. In Sachen Patientenverfügung nimmt die DHS allerdings immer wieder konträre Positionen zum HVD ein.